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Neuroborreliose

Die Neuroborreliose ist eine Manifestation der Borreliose im zentralen Nervensystem (Gehirn und Rückenmark). Oft entsteht sie erst Monate oder Jahre nach der Erstinfektion. Die Symptome sind vergleichbar mit der der Meningoradiculitis, außerdem der Ausfall von Hirnnerven wie z.B. eine Parese des Nervus facialis sowie psychiatrische Auffälligkeiten. Zu den Beschwerden gehören weiterhin Kopfschmerzen, chronische Müdigkeit, Sehstörungen, Licht- und Lärmempfindlichkeit, Gemütsschwankungen.

50 % der von einem Zeckenbiss Betroffenen entwickeln kein Erythema migrans (Wanderröte). Da der Biss häufig übersehen wird und/oder schmerzlos verläuft, kann die Krankheit ungehindert weiter voranschreiten. 

Symptome und Verlauf

Mediziner unterscheiden eine akute und eine chronische Neuroborreliose. Von letzterer spricht man, wenn die Beschwerden länger als sechs Monate andauern.

Akute Neuroborreliose

Die Neuroborreliose verläuft in 90 bis 95 Prozent aller Fälle akut: Die ersten Symptome treten innerhalb von Wochen nach dem Zeckenstich auf, bei dem das Bakterium Borrelia burgdorferi übertragen wurde. Es entsteht eine nicht-eitrige Entzündung der Hirnhäute und der Nervenwurzeln des Rückenmarks (Meningopolyradikulitis). Die Betroffenen leiden vor allem nachts an quälenden Schmerzen im Bereich der Nervenwurzeln/-bahnen. Auch kann es zu Missempfindungen und Lähmungen kommen.

Chronische Neuroborreliose

Bei 5 bis 10 Prozent der Patienten entwickeln sich die neurologischen Beschwerden schleichend über Monate bis Jahre hinweg. Meist kommt es zu einer chronisch fortschreitenden Entzündung des Gehirns und Rückenmarks (Enzephalomyelitis). Die Betroffenen haben oft keinerlei  Schmerzen, leiden jedoch unter Gang- und Bewegungsstörungen sowie Problemen bei der Blasenentleerung.

Weitere mögliche Symptome in diesem Stadium: Sprach- und Sprechstörungen, Hörminderung und Koordinationsstörungen, in seltenen Fällen Epilepsie oder ein organisches Psychosyndrom.

Diagnose der Neuroborreliose

Der Arzt stellt die Diagnose „Neuroborreliose“ überwiegend klinisch, also aus dem Krankheitsbild heraus. Ergänzend werden einige Laboruntersuchungen durchgeführt. Auch können Blut und Gehirn-/Rückenmarksflüssigkeit (Liquor) auf spezifische Antikörper gegen Borrelien-Bakterien untersucht werden.

Behandlung der Neuroborreliose?

Bei der Behandlung der Neuroborreliose werden Antibiotika eingesetzt. Diese eliminieren die Borrelien. Die Dauer der Therapie hängt vom Stadium der Erkrankung ab. Die Dosierung muss ausreichend hoch und lange genug erfolgen, damit die Bakterien abgetötet werden.