Meldepflicht

In knapp der Hälfte der deutschen Bundesländer wurde bisher die Meldepflicht für Borreliose eingeführt. Das heißt, jeder ärztliche Kollege ist verpflichtet, in diesen Bundesländern z.B. eine sog. „Wanderröte“ (Erythema migrans, EM, Erythema chronicum migrans, EcM) und/oder z.B. erhöhte Borrelien-IgG-Antikörpertiter bei klinischen Symptomen einer Borreliose an die zuständigen Behörden (Gesundheitsämter) zu melden. Diese Entwicklung ist insgesamt als positiv zu sehen.

 

Bürokratische Probleme

Die Meldebögen und Anzeichen, die gemeldet werden sollen, variieren zwischen den Bundesländern, was nicht allen Kollegen bekannt ist. Oft ist auch nicht klar, wer überhaupt melden soll: der klinisch tätige Arzt oder das Labor? Damit spiegeln die gemeldeten Fälle leider nicht das tatsächliche Auftreten wider. Außerdem besteht immer noch die Frage, ob sie der Falldefinition der Meldestelle entsprechen. Beim Erythema migrans (EM) und Lymphozytom ist dies sicher noch am einfachsten – wenn man es erkennt.

Wichtig: Eine Infektion mit Ehrlichien (oder mit anderen durch Zecken-übertragenen Errregern wie Babesien usw.) entwickelt nach dem Zeckenstich kein Erythema migrans oder Lymphozytom!

 

Natürlich kann die Meldestelle auch nur die Fälle erfassen und präsentieren, die ihr gemeldet werden. Die Frage für die ärztlichen Kollegen ist: Erkennen wir alle Fälle und Variationen des Erythema migrans, Lymphozytoms und der ACA?

Meldebogen für Lyme-Borreliose

 

gemäß Verordnung zur Erweiterung der Meldepflicht auf andere übertragbare Krankheiten oder Krankheitserreger vom 23. Januar 2013. Zum Download