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Akute Borreliose

Die Borreliose ist die häufigste durch Zecken übertragene Erkrankung, die durch das Bakterium „Borrelia burgdorferi“ hervorgerufen wird. Borrelien leben unter anderem im Verdauungstrakt verschiedener Zeckenarten und werden durch einen Zeckenstich auf Menschen übertragen – mit ihnen oft weitere Ko-Infektionen.

Nicht jeder Biss einer mit Borrelien infizierten Zecke führt auch zu einer Ansteckung. Und bei Weitem nicht jede Infektion löst einen Ausbruch der Krankheit aus.

Bei der akuten Borreliose ist es wichtig, die Zecke komplett (inkl. Kopf) zu entfernen. Die Zecke kann dann auf Borrelien und Co-Infektionen untersucht werden. Falls ein Erythema migrans auftritt, ist der Beweis für eine Infektion mit Borrelien erbracht. Es können jedoch noch weitere Co-Infektionen vorhanden sein. Falls Symptome wie Müdigkeit, Gelenk- und Muskelschmerzen neu auftreten, sollte immer auch an eine Borreliose gedacht werden.

Der Elispot Labortest weist schon nach 2 Tagen Borrelien nach. Die Antikörperbestimmung reagiert frühestens nach 3 Wochen positiv. Im Falle einer Infektion ist es wichtig Antibiotika wie Azithromycin oder Doxycyklin über einen Zeitraum von 4 Wochen einzunehmen.

Meldepflicht

Für die Borreliose gibt es in Deutschland eine Meldepflicht, die leider häufig nicht eingehalten wird. Daher kann die Anzahl der Neuerkrankungen nur geschätzt werden. Mediziner gehen davon aus, dass in Deutschland jährlich etwa 80.000 bis 120.000, in Österreich etwa 50.000 Personen an Borreliose erkranken.

Symptome der Borreliose

Die Erkrankung kann unterschiedliche Organe wie z.B. Haut, Gelenke, Herz, Augen oder das Nervensystem betreffen. Die Inkubationszeit der einzelnen Stadien variiert von wenigen Tagen bis zu 3 Wochen bei akuter Borreliose und bis zu mehreren Wochen/Monaten bei der neurologischen Manifestation der Neuroborreliose.

Eine Borrelien-Arthritis (Gelenkentzündung) kann erst Monate bis Jahre nach einem Zeckenstich auftreten. Die Diagnosestellung erfolgt dementsprechend ebenfalls zeitverzögert.

Verlauf der Borreliose

Borreliose wird je nach klinischem Erscheinungsbild in drei Stadien eingeteilt. Nicht bei allen Patienten kann diese Einteilung korrekt angewendet werden, da sehr häufig atypische Verläufe auftreten.

Stadium I – frühes lokalisiertes Stadium:
grippeähnlichen Symptome wie Kopfschmerzen, leichtes Fieber, Abgeschlagenheit und Muskelschmerzen

Stadium II – frühes disseminiertes Stadium:
verstreut über den Körper erneute Rötungen in Form mehrerer Erythema migrans- Herde, Gelenkschwellungen und Herzrhythmusstörungen

Stadium III – Spätstadium
Das chronische Stadium einer Borreliose tritt Monate oder gar Jahre nach der Erstinfektion auf. Dabei ist eine Diversität an Symptomen zu beobachten.

Diagnose der Borreliose

Der Arzt stellt die Diagnose „Borreliose“ überwiegend klinisch, also aus dem Krankheitsbild heraus. Ergänzend werden verschiedene Laboruntersuchungen durchgeführt. 

Behandlung der Borreliose?

Bei der Behandlung der Borreliose werden Antibiotika eingesetzt. Eine sofortige antibiotische Therapie sollte bei klinischer Diagnose des Erythema migrans (Wanderröte) oder des Borrelien-Lymphozytoms erfolgen. Damit kann die weitere Ausbreitung der Erkrankung verhindert werden. Die Behandlung mit Antibiotika eliminiert die Borrelien aus dem Organismus.

Die Dauer der Therapie hängt vom Stadium der Erkrankung ab. Die Dosierung muss ausreichend hoch und lange genug erfolgen, damit die Bakterien abgetötet werden.