Statement der BCA-clinic zum Frontal21-Beitrag am 01.11.2016 „Das Geschäft mit der Borreliose“ /sowie zur Sendung „Snyd eller Borrelia“ des dänischen Kanals TV2 am 29.09.2016 auf die diese Bezug nimmt | Oktober 01, 2016

Der Berichterstattung des dänischen Senders TV2, auf den sich Frontal21 bezieht, war journalistisch derartig fragwürdig, dass der Fernsehsender sowie der dänische Presserat mit Beschwerden online und offline regelrecht bombardiert und auch im TV-Pressegespräch in Dänemark extrem kontrovers diskutiert wurde.

Chronische Lyme Borreliose ist in mehreren Ländern – auch Skandinaviens – eine Krankheit, die kein Arzt diagnostizieren darf, da sie offiziell nicht existiert. Deshalb suchen immer mehr Patienten im Ausland Hilfe. Die Ärzte und Kliniken die hierfür Hilfe anbieten, sollten nun gezielt und öffentlich diskreditiert werden.

Wir haben das Reporterteam von Frontal 21 inklusive Redakteur Michael Bech deutlich hierauf hingewiesen, sowie ihm Links zur Verfügung gestellt; ebenso darauf, dass in Dänemark darüber hinaus auch noch handfeste, Hinweise auf öffentlich publizierte, wirtschaftliche Interessenkonflikte existieren, die ebenfalls von dem dänischen Reporterteam nicht verfolgt oder offengelegt wurden. Trotz all dieser Fragwürdigkeiten wurde der verursachende Redakteur Michael Bech der dänischen Sendung, hier sogar mit O-Ton als vermeintlicher „Kronzeuge“ in diese deutsche Sendung integriert.

Bech hat ein „Interview“ in unserer Klinik mit Dr. Nicolaus geführt, in dem er mehrfach unter Beweis stellte, dass er neben eher geringen Willens wissenschaftliche Erläuterungen nachzuvollziehen, generell der englischen Sprache bezüglich der Unterschiede der Bakteriennamen und der Krankheitsbezeichnungen nicht mächtig war. Selbst als Dr. Nicolaus und unsere Pressebeauftragte ihn darauf hinwiesen – was seine komplette fehlerhafte negative Argumentation zunichte gemacht hätte – blieb er bei seiner Art der Interpretation der Vokabeln und wollte davon nichts wissen. Stattdessen montierte er die Versuche, dies und die Vorwürfe aus vorheriger Aktionen mit versteckten Kamera etc. zu klären im Endbeitrag derart verwirrend, dass der Eindruck entstand, hier sollte etwas vertuscht werden.

Zu den Fakten: Die Testverfahren, die die BCA anbietet, haben sich seit vielen Jahren beim Nachweis und der Behandlung von zeckenübertragenen Infektionen in Deutschland bewährt und tragen ihren guten Teil zum Diagnosepuzzle der Lyme Diagnose bei. Sie wurden in zahlreichen Studien überprüft, die auch auf der BCA-Website umfangreich und transparent dokumentiert sind (http://www.bca-clinic.de/de/our-opinion-studies/diagnostic/).

Es wird strikt darauf geachtet, dass alle im BCA-Labor eingesetzten Tests die jeweils höchste verfügbare Qualität aufweisen. Über den reinen Nachweis hinaus, zielen die zellulären Tests der BCA (Elispot) außerdem darauf ab, den behandelnden Ärzten zusätzliche diagnostische Mittel insbesondere im Hinblick auf Aktivitätsgrad der Borrelien und Entzündungsgrad zur Verfügung zu stellen. Die BCA-research Abteilung arbeitet an einer konsequenten Weiterentwicklung dieser Tools.

Eine Random-Stichprobe aus einzelnen Wochen über mehrere Monate ergab zudem vor Kurzem, dass von „lauter positiven Tests“ keine Rede sein kann. Auch bei den im Beitrag kritisierten zellulären Tests der BCA sind im Durchschnitt weniger als 15 Prozent der Proben  – trotz der hier ja von Ärzten bereits als Borreliose Verdachtsfälle vorselektierten Grundgesamtheit – ein klar positives Ergebnis gezeigt haben. Bei einer repräsentativen Stichprobe aus einer nicht-vorselektierten Grundgesamtheit bzw. Gesamtbevölkerung läge dieser Wert noch einmal weitaus niedriger.

Im Übrigen wiederholt die Grund-Argumentationsweise des Frontal21-Filmbeitrags genau einige der wesentlichen logischen Fehler, die die Dänen suggeriert haben: Es wird erneut suggeriert, eine Vielzahl von Blutproben seien im Labor der BCA klar positiv getestet wurden. Die beim Dreh Anwesenden erinnern sich an lediglich zwei Testergebnisse, die vorgelegt wurden und auch eine Überprüfung der im Beitrag angekündigten Namen ergab keine weiteren Treffer.  Zudem war eine der beiden Proben gemäß der vom Reporterteam vorgelegten Unterlagen besonders stark positiv auf Bartonellen – eine häufige Co-Infektion, die in den skandinavischen Standardtests unseres Wissens gar nicht abgeprüft wird – und damit im zitierten dänischen Vergleichstest auch niemals positiv sein konnte. Außerdem gaben die meisten der dänischen Reporter die Blut eingeschickt hatten später unter Druck von Kollegen zu, durchaus bereits Zeckenkontakte, zum Teil auch mit Folgen und zum Teil in kritischen, stark als borrelienverseuchte Gebieten bekannten Regionen in Skandinavien gehabt zu haben. Was wiederum eher ein Hinweis darauf ist, dass die deutschen Testergebnisse, wohl im Unterschied zu den „negativen“ dänischen deutlich richtiger lagen.

In beiden Fällen waren in der Tat übrigens auch bei der BCA die begleitend beauftragten serologischen Tests, die in Dänemark in der Regel als einziges Verfahren angeboten werden, negativ – so dass nur natürlich ist, dass der dänische Gegentest negativ ausfiel – was im deutschen Beitrag jedoch nicht einmal erwähnt wird. Wer sich schon einmal mit dem Thema Borrelientestung beschäftigt hat, kennt das Problem, dass es genau als Schwäche der serologischen Tests gilt, dass ihr Ergebnis in bestimmten Phasen der Infektion auch bei deutlich vorliegenden Symptomen falsch negativ ist – und die Infektion daher mit diesem Test extrem häufig übersehen wird.

Zudem gilt: Behandelt werden Kranke, nicht Tests! – Lyme Borreliose ist letzten Endes immer eine klinische Diagnose. Wir versichern, dass der falsche dänische Patient im Filmbeitrag der Dänen – der letztlich in der BCA eine Behandlungsempfehlung erhielt – deutlich mehr und passender Symptome und weitere Hinweise auf eine Borreliose inkl. Zeckenkontaktangaben angeben hat, als hier suggeriert wird. Leider ist es uns aufgrund der ärztlichen Schweigepflicht – auch in diesem Fall eines durchaus massiven und ehrverletzenden Angriffs – nicht möglich die entsprechenden Dokumente publik zu machen.

Auch der Unterschied zwischen Labordiagnose „positiv“ und klinischer Diagnose „Erkrankung XY“ war dem dänischen Team, sprachlich oder willentlich nicht zu erläutern. Dieser mag zwar auch für einige Patienten schwer zu verstehen sein, doch jeder behandelnde Arzt, der eine solche Labordiagnose in die Hand bekommt, kennt diesen Unterschied und handelt entsprechend. Zudem berät die BCA ausdrücklich behandelnde externe Ärzte, sollten diese Probleme mit der Interpretation der Testergebnisse haben. Darüber hinaus wird unser Laborteam in Zukunft die Trennung und den Unterschied von „Borrelia“ (den Bakterien) und „Lyme Borreliosis“ (der Krankheit) der dem dänischen Interviewerteam sichtlich sprachlich nicht zu vermitteln war, in den Formulierungen der Testergebnisse noch deutlicher herausheben. Dies sollte in Zukunft noch sicherer stellen, dass auch nicht Englisch-Muttersprachler den Unterschied sofort erkennen können.

Wir bedauern natürlich sehr, dass in beiden Beiträgen nicht auch die viel größere Zahl äußerst zufriedener, wieder gesunder oder weitestgehend gesunder Patienten der BCA-clinic zu Wort kommen durfte, die mit Hilfe unseres Teams wieder in ein gutes Leben zurück fanden. Und wir bedanken uns ganz herzlich bei all den Patientinnen und Patienten, sowie Expertinnen und Experten, die in den sozialen Medien und andernorts bis hinein in weitere „richtigstellende“ Beiträge bei TV2, für eine Richtigstellung der diversen ungeheuerlichen, ehrenrührigen Vorwürfe und Unterstellungen und  der inkorrekten Aussagen kämpften.

Wir können getrost sagen: Ein Prototyp des „Multidisziplinären Centers“ das das Nationale Referenzzentrum im separaten Interview fordert, ist der ganzheitliche Ansatz der BCA-Clinic mit ihrer gezielten Mischung aus Schul- und Alternativmedizin – und dies seit nunmehr 10 Jahren.

Ihr BCA-Team